Wie du ein Hundeleben rettest

Unser Reisetagebuch aus Ungarn

Für uns war es der zweite Besuch in unserem Partnertierheim Cegléd. So war die Freude umso größer, dass Tierheimteam wiederzusehen. Glücklicherweise konnten wir einen Großteil der Spenden vorab per Fellengel-in-Not Taxi nach Ungarn transportieren, da wir all eure vorbeigebrachten und zugeschickten Sachen niemals ins Wohnmobil bekommen hätten. Nochmal tausend Dank für eure unglaubliche Unterstützung! Nachdem wir alles ausgeladen hatten, ging es auch schon ans Werk. In sechs Tagen haben wir über 100 Hunde fotografiert und viele davon zumindest kurz Gassi geführt. Schöne Fotos erhöhen die Chance auf eine schnelle Vermittlung und wir freuen uns, dass einige Hunde mittlerweile Interessenten haben oder vermittelt sind.

In der Station werden derzeit knapp 300 Hunde betreut. Zweimal täglich werden die Zwinger gereinigt und die Hunde gefüttert. Stetig wechselnd werden sie in einen Freilauf gelassen, damit sie ein bisschen Abwechslung zum Zwingerleben bekommen.

Seit 2014 hat das Tierheim einen eigenen Tierarzt,  der die medizinische Versorgung vor Ort übernimmt. Somit können alle Hunde zeitnah kastriert, geimpft und Notfälle sofort behandelt werden. Auch für die ungarische Bevölkerung werden Kastrationen gegen eine kleine Kostenbeteiligung angeboten. Dadurch kann die Station dazu beitragen, dass die Überpopulation der Hunde nach und nach verringert wird.

Zwar werden auch einige Hunde innerhalb Ungarns vermittelt, doch ziehen viele von ihnen nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz. Daher arbeitet das Tierheim mit den Organisationen

Pfotenretter Ungarn und Fellengel in Not zusammen.

Etwa einmal im Monat reisen die Hunde zu Pflegestellen oder ihren Für-Immer-Familien, aber in jedem Falle ins ganz große Glück.

Am dritten Tag schauten wir uns eine ehemalige Zuchtstätte eines „Züchters“ an. Die Zwinger waren sehr klein und es ist für uns kaum vorstellbar wie die Welpen, aber vor allem die Mütter dort gelebt haben müssen. Wahrscheinlich wurden die Welpen nach Westeuropa transportiert und dort billig verkauft, während die Zuchthündinnen immer wieder gedeckt wurden.

Wilma musste am eigenem Leib erfahren wie es ist für ca. drei Jahre als Gebärmaschine in Ungarn zu leben. Zum Glück wurde sie von Tierschützern befreit und konnte sich nach und nach seelisch und körperlich erholen. Nun kann sie bei uns endlich ihr Leben in vollen Zügen genießen.
WILMA
Chief Happiness Officer

 

Am letzten Tag fuhren wir zur Tötungsstation Nagykata, um Fotos von den dortigen Hunden zu machen und auch ihre Chance auf eine Vermittlung zu erhöhen. Die Station besteht aus etwa zehn Zwingern, die nur einen Quadratmeter klein sind. Für die großen Hunde ist das einfach viel zu klein.  Tünde, eine engagiete Tierschützerin, versucht so viele Hunde wie möglich zu vermitteln oder auf Pflegestellen unterzubringen. Auch unser Partnertierheim nimmt immer wieder Hunde auf, um sie vor dem Tod zu bewahren. Dank der Stationsleitung Kata durften kurz nach unserem Besuch wieder ganz viele Hunde von dort ins Shelter umziehen und dürfen bald nach Deutschland reisen.

Die Besuche bei Kata und ihrem Team sind emotional nicht leicht zu verkraften. Ständig kommen neue Notfälle, die aus Autos oder über Zäume geworfen, ausgesetzt, zurückgelassen oder aus schlimmsten Verhältnissen beschlagnahmt wurden.

Selbst jetzt, wo wir etwas Zeit zum Verdauen der Erlebnisse hatten, sind wir noch immer nicht ganz über alles hinweggekommen. Viele Schicksale gehen uns nicht aus dem Kopf und wir arbeiten mit beiden Tierschutzorganisationen daran, den Hunden das perfekte Zuhause zu finden. 

Aber der Besuch hat uns wieder gezeigt, wie viel wir gemeinsam mit euch bewirken können, dass wir gemeinsam stark sind! Mit jedem verkauften Prunkhund Produkt geht eine Mahlzeit an einen der 300 Hunde, so können wir gemeinsam dafür sorgen, dass wenigstens die Bäuche voll sind! 

Wir schauen fast jeden Abend nach, welcher der Hunde vermittelt ist und ins Glück reisen kann und freuen uns so wahnsinnig, sobald es einer geschafft hat! Danke, dass ihr uns und unsere Mission so unterstützt! ❤️

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